Primäres vs. sekundäres Lymphödem: Ursachen wie Krebsbehandlungen oder Verletzungen

Ursachen, Unterschiede und typische Auslöser

Ein Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, bei der sich Lymphflüssigkeit im Gewebe ansammelt. Betroffene bemerken häufig Wasser in den Beinen oder Armen, Spannungsgefühle oder eine zunehmende Schwellung. Für eine gezielte Versorgung ist es wichtig, zwischen einem primären und einem sekundären Lymphödem zu unterscheiden. Beide Formen haben unterschiedliche Ursachen und entwickeln sich auf verschiedene Weise. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Merkmale und geht besonders auf sekundäre Lymphödeme nach Krebsbehandlung, Verletzung oder Infektion ein.

Merkmale des primären Lymphödems

Ein primäres Lymphödem ist angeboren. Ursache ist eine Fehlbildung des Lymphsystems. Dabei können Lymphgefäße fehlen, zu eng sein oder nicht richtig funktionieren. Die Erkrankung ist selten und tritt häufiger bei Frauen auf.

Typische Merkmale eines primären Lymphödems sind:

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  • Haut wirkt gespannt, später auch verhärtet
  • Beginn ohne äußeren Auslöser
  • Auftreten in der Kindheit, Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter
  • Häufig einseitige Schwellung von Fuß, Bein, Arm oder Hand
  • Zunahme der Schwellung im Tagesverlauf

Im frühen Stadium lässt sich die Schwellung oft noch eindrücken. In späteren Phasen verändert sich das Gewebe dauerhaft. Die Stadien ähneln in der Einteilung dem Stadium 1 und 2 anderer Ödemerkrankungen. Eine frühe Diagnose ist entscheidend, um das Fortschreiten zu verlangsamen.


Merkmale des sekundären Lymphödems

Ein sekundäres Lymphödem entsteht durch eine äußere Schädigung des zuvor gesunden Lymphsystems. Diese Form ist deutlich häufiger als das primäre Lymphödem. Die Schwellung tritt meist in dem Körperbereich auf, der betroffen oder behandelt wurde. Ursachen können eine Krebsbehandlung, Verletzungen und Infektionen sein

Häufige Merkmale eines sekundären Lymphödems sind:

  • Klare zeitliche Verbindung zu einem auslösenden Ereignis
  • Schwellung von Arm oder Bein nach medizinischen Eingriffen
  • Spannungsgefühl und Schwere
  • Bewegungseinschränkungen
  • Erhöhtes Risiko für Infektionen

Ein sekundäres Lymphödem kann sich Monate oder sogar Jahre nach dem auslösenden Ereignis entwickeln. Deshalb wird es oft spät erkannt. Ein Selbsttest kann erste Hinweise geben, ersetzt aber keine fachliche Abklärung.

Sekundäres Lymphödem nach Krebsbehandlung

Eine der häufigsten Ursachen für ein sekundäres Lymphödem ist eine Krebsbehandlung. Besonders nach Brustkrebs, gynäkologischen Tumoren oder Prostatakrebs kann diese Komplikation auftreten.

Mögliche Auslöser sind:

  • Operationen mit Entfernung von Lymphknoten
  • Durchtrennung von Lymphgefäßen während eines Eingriffs
  • Schädigung des Gewebes durch Strahlentherapie
  • Veränderungen durch Chemotherapie

Wenn Lymphknoten entfernt werden, fehlen wichtige Filterstationen. Die Lymphflüssigkeit kann nicht mehr ausreichend abtransportiert werden. Die Folge ist ein Lymphödem, häufig am Arm oder Bein.

Sekundäres Lymphödem nach Verletzungen

Auch Verletzungen können das Lymphsystem dauerhaft schädigen. Dazu zählen schwere Traumata, Knochenbrüche, großflächige Wunden oder Verbrennungen. Narbengewebe kann den Lymphfluss blockieren oder umleiten.

Typische Situationen sind:

  • Verkehrsunfälle mit Weichteilschäden
  • Arbeitsunfälle
  • Operationen nach Verletzungen
  • Tiefe Schnitte oder Quetschungen

Nach der Heilung fällt zunächst oft nur eine leichte Schwellung auf. Mit der Zeit kann sich daraus ein chronisches Lymphödem entwickeln. Viele Betroffene deuten die Symptome zunächst als normale Folge der Verletzung und suchen spät Hilfe.

Eine gezielte Beratung im Sanitätshaus ist hier sinnvoll. Neben Kompressionsstrümpfen kann auch eine Anziehhilfe den Alltag erleichtern, besonders bei eingeschränkter Beweglichkeit.

Sekundäres Lymphödem nach Infektionen

Infektionen sind eine weitere mögliche Ursache. Besonders das Erysipel, auch Wundrose genannt, spielt eine große Rolle. Diese bakterielle Hautinfektion schädigt die Lymphbahnen und kann wiederholt auftreten.

Risikofaktoren sind:

  • Chronische Hauterkrankungen
  • Kleine Verletzungen an Fuß oder Bein
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Bereits bestehende Ödeme

Wiederkehrende Entzündungen verschlechtern die Funktion des Lymphsystems zunehmend. Das Gewebe wird anfälliger für weitere Infektionen. Ein Teufelskreis entsteht.

Eine konsequente Therapie mit medizinischer Kompression und guter Hautpflege ist entscheidend, um neue Entzündungen zu vermeiden und das Lymphödem zu stabilisieren.

Versorgung und Beratung im Sanitätshaus Kurda in Kiel

Eine frühzeitige und fachgerechte Versorgung verbessert die Lebensqualität deutlich. Das Sanitätshaus Kurda in Kiel bietet individuelle Beratung rund um Lymphödem und Lipödem. Dazu gehören die Auswahl passender Kompressionsstrümpfe, flachgestrickte Versorgungen sowie praktische Hilfsmittel wie Anziehhilfen.

Sanitätshaus Kiel | KURDA Logo

Fazit

Ob primäres oder sekundäres Lymphödem, die Ursachen sind vielfältig und oft nicht sofort erkennbar. Krebsbehandlungen, Verletzungen und Infektionen gehören zu den häufigsten Auslösern eines sekundären Lymphödems. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige medizinische Kompression sind entscheidend, um Beschwerden zu reduzieren. Wer Veränderungen bemerkt, sollte nicht zögern, fachlichen Rat einzuholen und sich umfassend beraten zu lassen. Wir helfen Ihnen gerne.

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