Eine Venenerkrankung kann auch ein Lymphödem nach sich ziehen.
Ursachen für geschwollene Beine
Geschwollene Beine entstehen häufig im Rahmen einer chronischen Venenerkrankung wie chronischer Venenschwäche, Krampfadern oder nach einer Thrombose (postthrombotisches Syndrom). Ist der venöse Rückfluss gestört, steigt der Druck in den Venen. Flüssigkeit tritt vermehrt ins Gewebe aus – es entsteht „Wasser in den Beinen“.
Das Lymphsystem muss diese zusätzliche Flüssigkeit abtransportieren. Wird es dauerhaft überlastet, kann es geschädigt werden. In diesem Fall entwickelt sich zusätzlich ein Lymphödem.
Venöses Ödem
- weich, gut eindrückbar
- abends stärker ausgeprägt
- bessert sich durch Hochlagern
- häufig bräunliche Hautveränderungen
Lymphödem
- teigig bis derb
- oft auch Fußrücken und Zehen betroffen (Stemmer-Zeichen positiv)
- Hochlagern bringt kaum Besserung
- im Verlauf Hautverdickung
Beim sogenannten Phlebo-Lymphödem zeigen sich Merkmale beider Erkrankungen.
Venen-Check & Diagnostik in Kiel
Therapie bei venösem Ödem
Ziel: Verbesserung des venösen Rückflusses.
Basis ist die medizinische Kompression, meist KKL 2, rund- oder flachgestrickt je nach Befund. Sie senkt den Venendruck und reduziert „Wasser in den Beinen“.
Ergänzend wichtig:
- Bewegung
(Aktivierung der Wadenmuskelpumpe) - Hochlagern
besonders abends wirksam - Rückfettende, urea-haltige Hautpflege
- Eine konsequente Kompression reicht häufig zur Entstauung aus.
Therapie beim Lymphödem
Ziel: Entstauung und Stabilisierung.
Standard ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE):
Phase 1:
- Manuelle Lymphdrainage
- Kompressionsbandagierung
- Bewegung unter Kompression
- Intensive Hautpflege
Phase 2:
- Maßgefertigte, meist flachgestrickte Kompression (KKL 2)
- Lymphdrainage nach Bedarf
- Selbstmanagement
- Strümpfe allein reichen zu Beginn meist nicht aus.
Therapie beim Phlebo-Lymphödem
Kombination beider Erkrankungen.
Oft zunächst KPE, anschließend meist flachgestrickte Kompressionsstrümpfe KKL 2–3.
Häufige Fehler:
- nur rundgestrickte MKS
- zu geringe Kompression
- keine Entstauungsphase
Medizinisch adaptive Kompression MAK
Rundgestrickte oder flachgestrickte Kompressionsbekleidung
Reversibles Venöses Ödem
Bei einem reversiblen venösen Ödem wird in der Regel eine Rundstrick-Kompressionsversorgung eingesetzt.
Rundstrick bietet:
- gleichmäßigen Druck
- elastisches, anschmiegsames Material
- hohen Tragekomfort & Bewegungsfreundlichkeit
Wann ist Flachstrick notwendig?
Bei irreversibler Gewebeverhärtung oder Phlebo-Lymphödem wird auf Flachstrick zurückgegriffen.
Erfahren Sie mehr über Flachstrick und die Therapiemöglichkeiten bei einem Lymphödem!
Häufige Fragen kurz beantwortet
Abends sind die Beine oft stärker geschwollen, weil das Blut im Laufe des Tages gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportiert werden muss. Wenn die Venen geschwächt sind, bleibt mehr Blut in den Beinen. Der Druck in den Gefäßen steigt und Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus. Hochlagern oder Bewegung können die Schwellung meist reduzieren.
Ein venöses Ödem entsteht durch eine Venenschwäche und bessert sich oft durch Hochlagern der Beine. Ein Lymphödem entsteht durch eine Störung des Lymphsystems und bleibt meist dauerhaft bestehen. Während venöse Ödeme häufig weich und eindrückbar sind, fühlt sich ein Lymphödem im Verlauf fester an.
Ein Ödem ist eine sicht- und tastbare Schwellung, die durch eingelagertes Wasser im Gewebe entsteht. Ursachen können Venenprobleme, Lymphstörungen, Herz- oder Nierenerkrankungen sein. Je nach Ursache unterscheidet man venöse Ödeme, Lymphödeme oder andere Formen.
Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren aktiviert die Muskelpumpe. Zusätzlich helfen Hochlagern der Beine, Wechselduschen und das Vermeiden von langem Sitzen oder Stehen. Bei bestehenden Venenproblemen sollte ergänzend eine Kompressionstherapie erfolgen.
Venenleiden sind Erkrankungen der Beinvenen, bei denen der Rücktransport des Blutes zum Herzen gestört ist. Häufige Formen sind Krampfadern und die chronische venöse Insuffizienz. Durch den erhöhten Druck in den Venen kann Flüssigkeit ins Gewebe austreten. Dadurch entstehen Schwellungen, Schweregefühl oder Spannungsgefühle in den Beinen.
Bei medizinischer Notwendigkeit übernehmen gesetzliche Krankenkassen in der Regel die Kosten für medizinische Kompressionsstrümpfe. Voraussetzung ist ein ärztliches Rezept. Je nach Versorgung kann eine gesetzliche Zuzahlung anfallen.
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