Schritt für Schritt zur maßgefertigten Orthese

Eine Orthese kann den Körper gezielt unterstützen, stabilisieren oder entlasten. Sie kommt zum Beispiel zum Einsatz, wenn ein Gelenk instabil ist, Bewegungen eingeschränkt sind oder bestimmte Körperbereiche während der Heilung geschützt werden sollen. Anders als eine Versorgung von der Stange wird eine maßgefertigte Orthese individuell an die körperlichen Voraussetzungen und den Alltag des jeweiligen Menschen angepasst.

Im Sanitätshaus Kurda begleitet Sie ein erfahrenes Team Schritt für Schritt auf dem Weg zur passenden Orthese. Von der ärztlichen Verordnung über das Maßnehmen und die Fertigung bis zur persönlichen Anprobe steht dabei immer im Mittelpunkt, dass die Orthese sicher sitzt, ihre Funktion erfüllt und sich möglichst gut in den Alltag integrieren lässt.

Der erste Schritt: die ärztliche Verordnung

Am Anfang steht in der Regel eine ärztliche Untersuchung. Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt stellt fest, welche Beschwerden vorliegen und welche Unterstützung benötigt wird. Dabei können zum Beispiel Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Fehlstellungen, Instabilitäten oder die Folgen einer Verletzung eine Rolle spielen.

Auf Grundlage der Diagnose wird die Orthese verordnet. Die Verordnung enthält wichtige Informationen zur benötigten Versorgung. Sie bildet die Grundlage für die weitere Beratung und Planung im Sanitätshaus. Bei Fragen zur Verordnung stimmt sich das Fachpersonal gegebenenfalls mit der behandelnden Praxis ab.

Bringen Sie Ihre Verordnung gerne zu einem persönlichen Beratungstermin im Sanitätshaus Kurda mit. Gemeinsam wird besprochen, welche Lösung zu Ihrer Situation passt und welche Anforderungen die Orthese erfüllen soll.

Persönliche Beratung und genaue Bedarfsermittlung

Eine Orthese soll nicht nur medizinisch sinnvoll sein. Sie muss auch zu den persönlichen Bedürfnissen und zum Alltag passen. Deshalb nimmt sich das Team von Kurda Zeit für ein ausführliches Gespräch.

Dabei geht es unter anderem um folgende Fragen:

  • Welche Bewegungen fallen schwer?
  • Wann treten Beschwerden oder Unsicherheiten auf?
  • Soll die Orthese im Alltag, bei der Arbeit oder während der Therapie getragen werden?
  • Welche Kleidung oder Schuhe werden üblicherweise genutzt?
  • Welche Ziele sollen mit der Versorgung erreicht werden?

Auch die Lebenssituation spielt eine wichtige Rolle. Eine Orthese für den täglichen Gebrauch stellt möglicherweise andere Anforderungen als eine Versorgung, die nur während bestimmter Aktivitäten getragen wird. Die Fachkräfte berücksichtigen außerdem, wie die Orthese angelegt, abgenommen und gepflegt werden kann.

Je genauer die persönlichen Anforderungen bekannt sind, desto besser lässt sich die Versorgung planen. Eine gute Beratung schafft dabei nicht nur Klarheit, sondern auch Sicherheit im Umgang mit dem Hilfsmittel.

Das Maßnehmen und die Abformung

Damit eine maßgefertigte Orthese später möglichst genau passt, wird der betreffende Körperbereich sorgfältig vermessen. Je nach Körperregion und Versorgungsziel können verschiedene Maße benötigt werden. Dazu gehören zum Beispiel Umfang, Länge, Gelenkposition und die Stellung des Körperteils.

Zusätzlich wird der Körperbereich betrachtet und auf Besonderheiten geprüft. Druckempfindliche Stellen, Narben, Schwellungen oder Veränderungen der Körperform können für die spätere Gestaltung der Orthese wichtig sein.

Für die Herstellung kann eine Abformung angefertigt werden. Dabei wird beispielsweise ein Gipsabdruck des zu versorgenden Körperbereichs erstellt. Der Gips wird nach kurzer Zeit fest und anschließend wieder entfernt. So entsteht eine genaue Vorlage, die die Form und die individuellen Besonderheiten des Körperteils abbildet.

Je nach Versorgung können auch digitale Verfahren zum Einsatz kommen. Mit einem modernen Scan lässt sich der Körperbereich berührungslos erfassen. Aus den gewonnenen Daten entsteht ein digitales Modell. Dieses kann anschließend am Computer bearbeitet und für die weitere Fertigung genutzt werden.

Ob Abformung oder Scan eingesetzt wird, hängt unter anderem von der Körperregion, der Art der Orthese und den medizinischen Anforderungen ab. Beide Verfahren verfolgen dasselbe Ziel: eine möglichst genaue Grundlage für eine individuelle Versorgung zu schaffen.

Planung und Herstellung in der Orthopädietechnik

Nach dem Maßnehmen und der Abformung oder dem Scan beginnt die eigentliche Planung. Die Orthopädietechnik legt fest, welche Materialien, Gelenke, Verschlüsse und Funktionselemente benötigt werden. Dabei wird genau überlegt, an welchen Stellen die Orthese stützen, führen, entlasten oder Bewegungen begrenzen soll.

Die Fertigung erfolgt auf Grundlage der individuellen Körperform. Bei einer klassischen Herstellung wird aus der Abformung ein Modell erstellt und weiterbearbeitet. Auf diesem Modell kann die Orthese aufgebaut werden. Bei digitalen Verfahren wird das Scanmodell am Computer angepasst. Anschließend können bestimmte Arbeitsschritte mithilfe moderner Fertigungstechnik umgesetzt werden.

Handwerkliches Können bleibt dabei ein wichtiger Bestandteil der Versorgung. Die Orthese wird geprüft, montiert und je nach Ausführung weiterbearbeitet. Kanten werden geglättet, Verschlüsse angepasst und Funktionselemente sorgfältig eingesetzt. Auch die Materialauswahl ist entscheidend. Die Orthese soll stabil genug sein, um ihre Aufgabe zu erfüllen, gleichzeitig aber möglichst angenehm und alltagstauglich bleiben.

Vor der ersten Anprobe kontrolliert das Fachpersonal, ob alle Bestandteile korrekt verarbeitet sind und ob die Orthese den vereinbarten Anforderungen entspricht.

Die erste Anprobe

Sobald die Orthese für die Anprobe vorbereitet ist, findet ein weiterer Termin statt. Dabei wird die Orthese angelegt und gemeinsam geprüft. Die Fachkraft achtet darauf, ob sie an den richtigen Stellen anliegt, ob die Bewegungsführung stimmt und ob Druckstellen vermieden werden.

Auch die Länge, die Position von Gelenken und die Funktion der Verschlüsse werden kontrolliert. Je nach Versorgung wird die Orthese im Sitzen, im Stehen oder bei bestimmten Bewegungen getestet. Bei einer Beinorthese kann beispielsweise das Gehen betrachtet werden. Bei einer Orthese für Arm oder Hand können verschiedene Greifbewegungen überprüft werden.

Die Rückmeldung der Patientin oder des Patienten ist bei diesem Termin besonders wichtig. Beschreiben Sie offen, wenn etwas drückt, rutscht oder sich ungewohnt anfühlt. Kleine Veränderungen können häufig direkt vorgenommen werden. Eine Orthese muss nicht nur auf dem Papier passen. Sie soll sich auch im tatsächlichen Gebrauch sicher und angenehm anfühlen.

Feinanpassung und Übergabe

Nach der ersten Anprobe kann eine Feinanpassung notwendig sein. Dazu wird die Orthese an einzelnen Stellen verändert oder neu eingestellt. Manchmal müssen Polster ergänzt, Riemen gekürzt oder Gelenke justiert werden. Bei einer neuen Versorgung können mehrere Anpassungsschritte sinnvoll sein, bis die Orthese optimal sitzt.

Bei der Übergabe wird die Passform erneut kontrolliert. Außerdem erklärt das Team von Kurda, wie die Orthese richtig angelegt, abgenommen und gepflegt wird. Sie erfahren auch, worauf Sie bei der ersten Nutzung achten sollten.

In vielen Fällen ist es sinnvoll, die Tragezeit langsam zu steigern. Der Körper muss sich zunächst an die neue Unterstützung gewöhnen. Gerade am Anfang sollten Haut und Druckstellen regelmäßig kontrolliert werden. Wenn Schmerzen, anhaltende Rötungen oder andere Probleme auftreten, sollten Sie sich zeitnah an das Sanitätshaus oder die behandelnde Praxis wenden.

Nach der Versorgung: Begleitung im Alltag

Mit der Übergabe endet die Versorgung nicht automatisch. Eine Orthese kann sich durch Veränderungen des Körpers, durch Schwellungen oder durch eine veränderte Bewegung mit der Zeit anders anfühlen. Auch nach einer Operation oder während einer Therapie können neue Anforderungen entstehen.

Deshalb ist es wichtig, die Orthese regelmäßig überprüfen zu lassen, wenn sich Beschwerden verändern oder die Passform nicht mehr stimmt. Bei Kindern und Jugendlichen können Wachstum und körperliche Entwicklung zusätzliche Anpassungen erforderlich machen. Auch nach einer längeren Pause kann eine erneute Kontrolle sinnvoll sein.

Im Sanitätshaus Kurda erhalten Sie Unterstützung, wenn Fragen zur Anwendung, Pflege oder Passform entstehen. Ziel ist eine Versorgung, die Sie im Alltag zuverlässig begleitet und Ihnen mehr Sicherheit und Bewegungsfreiheit ermöglicht.

Eine maßgefertigte Orthese ist eine individuelle Lösung

Der Weg zur maßgefertigten Orthese umfasst mehrere sorgfältig abgestimmte Schritte. Die ärztliche Verordnung bildet die Grundlage. Eine ausführliche Beratung, genaue Vermessung und präzise Abformung oder digitale Erfassung schaffen die Voraussetzungen für die Herstellung. Bei der Anprobe wird die Orthese kontrolliert und an Ihre Bedürfnisse angepasst.

Dabei verbinden sich medizinisches Verständnis, moderne Technik und traditionelles Handwerk. Im Sanitätshaus Kurda steht der Mensch im Mittelpunkt. Jede Versorgung wird mit Blick auf die persönlichen Beschwerden, die körperlichen Voraussetzungen und den individuellen Alltag geplant.

Wenn Sie eine Orthese benötigen oder Fragen zu einer bestehenden Versorgung haben, vereinbaren Sie gerne einen persönlichen Termin im Sanitätshaus Kurda. Gemeinsam lässt sich klären, welche nächsten Schritte sinnvoll sind und wie eine passende Versorgung Sie im Alltag unterstützen kann.