Lymphödem - Wenn Arme und Beine geschwollen sind

Was ist ein Lymphödem?

Ein Lymphödem entsteht, wenn unser Lymphgefäßsystem geschädigt ist. Das Lymphgefäßsystem ist neben den Arterien und Venen ein weiteres Transportsystem unseres Körpers. Es ist dafür verantwortlich, Gewebeflüssigkeit, sogenannte Lymphe, zurück in den zentralen Blutkreislauf zu transportieren.

Bei einem geschädigten Lymphgefäßsystem können Eiweiße und Flüssigkeit nicht mehr richtig abtransportiert werden und stauen sich im Zwischenzellgewebe: Es entsteht ein Lymphödem. Lymphödeme können auch angeboren sein, wenn z.B. in einem Körperteil Lymphgefäße oder Lymphknoten fehlen oder wenn die Lymphbahnen zu eng sind. Häufiger liegt aber eine Zerstörung der Lymphgefäße oder Lymphknoten vor, etwa durch eine bösartige Erkrankung, Entzündung oder Verletzung.

Lymphödeme können an verschiedensten Regionen des Körpers lokalisiert sein, beispielsweise an den Armen, Beinen, am Gesicht oder am Thorax. Diese schränken die Betroffenen im Alltag und Berufsleben stark ein. Da sich ein Lymphödem tendenziell verschlechtert, ist eine fachübergreifende, interdisziplinäre Behandlung wichtig. Arzt, Therapeut und Sanitätshaus arbeiten in der Therapie eng zusammen!

Wie behandelt man ein Lymphödem?

Verschiedene Maßnahmen für die richtige Behandlung von Lymphödemen

Die Behandlung von Lymphödemen umfasst verschiedene Maßnahmen. Eine bewährte Behandlungsmethode in der Versorgung von Lymphödemen ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE).

Nachdem der Arzt ein Lymphödem festgestellt hat, sollten folgende Rezepte erstellt werden:

  • Rezept für Manuelle Lymphdrainage
  • Rezept über ein Rosidal (Verbandmittel für Arme oder Beine)
  • Ggfs. Ein Rezept über Verbandschuhe
  • Rezept über Kompressionsstrümpfe

Das Rezept über Kompressionsstrümpfe sollte gemeinsam mit dem Rezept für das Rosidal vor Beginn der Lymphdrainage im Sanitätshaus eingelöst werden.

So kann während der Lymphdrainage bereits die Genehmigung bei der Krankenkasse für die Kompressionsstrümpfe angeschoben werden.

Phase 1: Entstauungsphase

In der ersten Phase der Therapie eines Lymphödems führt ein ausgebildeter Lymphtherapeut mehrfach die Woche eine manuelle Lymphdrainage durch.

Über den Blutkreislauf gelangen Flüssigkeit und Nährstoffe ins Gewebe. Der Hauptteil wird wieder ins Blut abtransportiert, ein Teil verbleibt im Gewebe und sammelt sich zwischen den Zellen an. Diese Lymphflüssigkeit wird über Lymphbahnen wieder dem Blutkreislauf zugeführt. Ziel dieser konsequenten Behandlung ist der Abfluss der überschüssigen Lymphflüssigkeit.

Wird der Lymphabfluss behindert, kann es zu Schwellungen unter der Haut kommen. Da die oberflächlichen Lymphbahnen dicht unter der Haut verlaufen, wird bei der manuellen Lymphdrainage mit rhythmischen, kreisenden Bewegungen der Lymphabfluss angeregt.

Nach jeder Lymphdrainage wickelt der Therapeut den Arm oder das Bein mit kurzzugigen Binden ein. Dies verhindert, dass die Lymphflüssigkeit wieder zurück ins Gewebe läuft.

Neben der regelmäßigen Dokumentation des Therapieverlaufes durch den Therapeuten, ist die Selbstedukation ein wichtiger Schlüssel zum Therapieerfolg. Der Lymphpatient lernt dabei wie er sich selbst drainieren kann, die Hautpflege adäquat ausführt und sich ggfs. selbst bandagiert.

Sobald sich die Umfänge nicht mehr stark verändern, kann mit dem Abmessen der flachgestrickten Kompressionsstrümpfe begonnen werden.

Phase 2: Erhaltungsphase

Während Phase 1 der Behandlung nach ein paar Wochen beendet ist, dauert Phase 2 ein Leben lang. Das Lymphödem ist eine chronische Erkrankung.

In der Phase 2 gilt es nun den entstauten Zustand langfristig zu halten und zu stabilisieren. Hierfür werden nach Rücksprache mit dem Therapeuten zum richtigen Zeitpunkt die Maße genommen und passende Kompressionsstrümpfe bestellt. Die Fertigung der Strümpfe dauert in der Regel ca. eine Woche. Da die Herstellung der Kompressionsstrümpfe sehr aufwendig ist, ist die Anprobe dieser Strümpfe ein Muss im Versorgungsablauf.

Nur zertifizierte Lymphkräfte haben den Blick, das Einfühlungsvermögen und das fachliche Know-How um Lymphpatienten in ihrer Therapie zu helfen.

Unsere gemeinsamen Schritte zur besten lymphatischen Versorgung

Kompressionsstrümpfe gegen Lymphödeme - Was ist Flachstrick?

Passende Kompressionsstrümpfe bei Lymphödemen

Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe oder auch Flachstricke sind das Mittel der Wahl, wenn es um die Versorgung in der Lymphologie und nach Verbrennungen geht. Sie entsprechen in ihrer Elastizität den Kurzzugbinden des Kompressionsverbandes, der in der Entstauungsphase von Lymphödemen verwendet wird. Die Kompressionsstrümpfe bestehen aus festem, dickem Textilmaterial und besitzen herstellungsbedingt eine Naht. Die flachgestrickten Strümpfe sind nach Maß gefertigt. Durch das spezielle Strickverfahren geben diese Strümpfe weniger nach und verhindern das Fortschreiten der Krankheit. Eine Versorgung mit den dünnen Kompressionsstrümpfen ohne Naht, die es auch als Serien-Konfektionsstrümpfe gibt, sind für den Therapieerfolg ungeeignet.

Die richtigen Kompressionsstrümpfe finden

Lymphologische, flachgestrickte Kompressionsstrümpfe gegen Lymphödeme werden vom Arzt verordnet. Die Beratung und das Anmessen sollte im Anschluss immer durch gut geschulte Mitarbeiter im Sanitätshaus erfolgen. Diese nehmen an definierten Punkten ganz genau Maß. Da nur am entstauten Bein gemessen werden sollte, sprechen wir uns hier eng mit dem Lymphtherapeuten ab, um so zum richtigen Zeitpunkt in Aktion treten zu können.

Das Sanitätshaus Kurda arbeitet im Kompressionsbereich mit den Lieferanten medi und Juzo. Dadurch können wir aus einer großen Vielfalt an Stoffen, Farben und Mustern auswählen und finden gemeinsam mit Ihnen garantiert den passenden Strumpf!

Spezialisten in der Ödemtherapie - Was uns auszeichnet

Wir sind Spezialist auf dem Gebiet der Ödemtherapie und haben Erfahrung in der Arbeit mit Lymphödem- Patienten/-innen. So haben wir beispielsweise das erste Lymphnetz in Kiel mit ins Leben gerufen und sind auf diesem Gebiet weiterhin sehr aktiv.

Aufgrund jahrelanger Erfahrung und enger Zusammenarbeit mit unseren Netzwerkpartnern können wir Patienten/-innen mit Lip- und Lymphödem optimal beraten und versorgen. Unsere Betreuung hört dabei nicht beim Überreichen des Kompressionsstrumpfes auf: Wir geben unseren Patienten/-innen zahlreiche Tipps und Hinweise zum besseren Umgang mit ihrer Erkrankung mit auf den Weg und können auch im persönlichen Gespräch individuelle Fragen klären und Probleme lösen.

Unsere Mitgliedschaften:

Deutsche Gesellschaft für Lymphologie

Lymphologicum

Lymphnetz-Kiel

Lymphverein

Ernährung bei Lymphödemen

Der Einfluss der Ernährung auf ein Lymphödem ist noch nicht ausreichend untersucht. Die Experten sind sich allerdings einig, dass eine ausgewogene und gesunde Ernährung einen hohen Stellwert hat und zum Wohlbefinden beitragen kann. Ein BMI unter 30 kg/m2 kann außerdem zu einer Verbesserung des Lymphabflusses und somit des Lymphödems führen.

Falls eine Ernährungsumstellung in Frage kommt, dann sollte diese nie als kurzfristige Diät betrachtet werden. Vielmehr geht es darum seine Gewohnheiten Schritt für Schritt zu ändern, um langfristig Erfolge zu erzielen. Ein kompletter Verzicht ist selten die richtige Lösung, da nach den schnellen Erfolgen häufig der nicht zu unterschätzende „Jojo-Effekt“ eintritt. Wer langfristig sein Gewicht reduzieren möchte, sollte seine Ernährung schrittweise umstellen.

Gesunde und ausgewogene Ernährung bei Lymphödemen

Tipps für eine ausgewogenen Ernährung: 

1.  Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee am Tag

2.  Viel frisches Obst und Gemüse

3.  Gute Kohlenhydrate aus Vollkorn

4.  Fisch mindestens zweimal pro Woche

5.  Fleisch in Maßen

6.  Gute Fette aus hochwertigen Ölen wie Raps- oder Olivenöl

Welcher Sport ist bei Lymphödemen geeignet?

Sport hat für Lymphödem-Betroffene viele Vorteile! Die Aktivierung der Venen-Muskel-Pumpe der Beine und die intensive Atmung sorgen für einen optimalen Lymphabtransport. Regelmäßige Bewegung senkt den Körperfettanteil und entspannt so das Lymphsystem. Auch der Stressabbau durch die Ausschüttung von Glückshormonen kann einen positiven Einfluss auf das Lymphödem haben.

Allerdings können auch beim Sport keine allgemeingültigen Empfehlungen ausgesprochen werden, denn jeder Betroffene tickt anders. Viele Lymphpatienten/-innen fühlen sich mit gelenkschonenden Sportarten, wie z.B. Schwimmen, Faszientraining, Aquajogging, Aquacycling, Radfahren, Yoga oder Walken sehr wohl. Besonders bei Sportarten im Wasser sorgt der Wasserdruck für ein indirekte Lymphdrainage.

Beim Sport darf auch ruhig die Kompressionsware getragen werden. Hierdurch wird der Abtransport der Lymphflüssigkeit begünstigt.

Was ist eigentlich ein Lipödem? - Ein Exkurs

Das Lipödem wird auch häufig als Reiterhosen-Phänomen bezeichnet. Es handelt sich nicht klassischerweise um eine Schwellung durch Lymphflüssigkeit. Vielmehr handelt es sich um eine krankhafte Verteilung und Vermehrung von Fettzellen an Po, Hüften und Oberschenkeln. Teilweise können auch die Arme betroffen sein.

Diese Verteilungsstörung beginnt bei Frauen überwiegend während der Pubertät und ist fortschreitend. Das Lipödem ist immer noch nicht ausreichend untersucht. Fettabsaugungen, Ernährungsumstellungen oder die klassische komplexe Physikalische Entstauungstherapie können die Symptomatik (starke Hämatomneigung, Tast-Schmerz, labile Psyche) verbessern.

Mischformen, wie Lymph-Lip-Ödeme, treten auf, wenn das Fettgewebe die Lymphbahnen einengt und so den Abfluss stört. Eine Gewichtsreduktion und manuelle Lymphdrainage können auch hier den Allgemeinzustand stark verbessern.

Kompressionsstrümpfe anziehen – Tipps & Tricks

Das Anziehen von Kompressionsstrümpfen, sowie die Pflege von Haut und Strumpf ist im Vergleich zu den gewohnten Strümpfen eine Umstellung. Wir haben ein paar Informationen für Sie im Bereich Venen-Therapie zusammengestellt.

Service - Erinnerungsservice für Kompressionsstrümpfe

Die Gesundheit unserer Kunden liegt uns am Herzen, deshalb bieten wir Ihnen im Sanitätshaus Kurda einen Erinnerungsservice für Ihre Kompressionsstrümpfe an. Um die Lymphtherapie weiterhin optimal fortführen zu können, ist nach sechs Monaten eine neue Bestrumpfung notwendig. Deshalb geben wir darauf acht, dass Sie regelmäßig neue Kompressionsstrümpfe erhalten und informieren Sie rechtzeitig. Dieser Erinnerungsservice ist selbstverständlich kostenfrei.

Service - „Mobiles Sanitätshaus”

Für den Fall, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, persönlich in unser Sanitätshaus zu kommen, bieten wir eine Versorgung in häuslicher Umgebung an. Damit Sie Ihre Kompressionstherapie so gut wie möglich starten können, schenkt das Sanitätshaus Kurda jedem Neukunden ein Erstausstattungs-Paket mit Pflegeproben, Handschuhen, Infomaterial und einem Wäschenetz. Auch am Samstag ist unser mobiles Sanitätshaus unterwegs. Für weitere Informationen und Vereinbarung von Hausbesuchen kontaktieren Sie uns gerne.

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